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Schloss Platz Kultur 2020  Für eine ergebnisoffene Diskussion zur Stadtentwicklung Münsters

Auf dem Weg – oder noch weit weg? - 6. Runder Tisch, 05.06.2018

Schloss Platz Kultur 2020

Fünf Denkanstöße für den Musikcampus / Universität und Fachhochschule zu Gast

Beim 6. Runden Tisch unserer Initiative war WWU-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels zu Gast, um erstmals außerhalb der Hochschulwelt fünf Testentwürfe für einen angedachten Musikcampus an der Hittorfstraße vorzustellen. Ein Thema, das erfreulich viele Interessierte in den Blauen Salon an der Bahnhofstraße 45 lenkte.

Wessels betonte den dringenden Raumbedarf für die Universität. Neben einem Konferenz- und Veranstaltungszentrum benötigen vor allem die aus allen Nähten platzende Musikhochschule, Musikpädagogik und Jugendakademie weiteren Platz. Ebenso fehlt auch der Stadt bekanntlich seit Jahrzehnten ein angemessener Proben- und Konzertort für das Sinfonieorchester und der Westfälischen Schule für Musik mangelt es am notwendigen Raum zum Wachsen. Gemeinsam sei daher die Idee entstanden, so Wessels, die Funktionen mit vielfachen Synergien in einem neuen Musikcampus zusammenzuführen. Als Standort favorisiere die Universität das landeseigene ehemalige Pharmazie-Gelände hinter dem Schlossgarten an der Hittorfstraße.

Das Campus-Projekt sei ein Angebot der Universität an die Stadt. Die WWU werde in jedem Fall für ihre Musikhochschule bauen müssen, ob im Campus-Verbund oder solitär. Insofern brauche er in diesem Jahr Klarheit. Aber: „Es wäre für Münster mit seinen vielen musikbegeisterten Menschen eine vertane Chance“, sollte das Projekt nicht zustande kommen. In einem nächsten Schritt möchte die Uni zusammen mit der Stadt ein Betreiberkonzept erstellen – um ihre Vorstellungen zu konkretisieren und Fragen der Folgekosten, Zuständigkeiten und Bewirtschaftung zu klären.

Einen ersten Testlauf durchlief die Campus-Idee im vergangenen Sommer. Im Rahmen eines Wettbewerbes der WWU erarbeiteten Architekturstudierende der MSA I Münster School of Architecture verschiedene Entwürfe: Wie könnte ein Musikcampus an der Hittorfstraße aussehen? Die betreuenden Lehrer, Prof. Kirsten Schemel und Prof. Kazu Blumfeld Hanada, präsentierten zusammen mit den Studierenden die fünf prämierten Arbeiten. Über 15.000 Quadratmeter Nettonutzfläche galt es zu verteilen bei einem Bruttoflächenbedarf von rund 23 000 Quadratmetern.

Als Kernstück aller Entwürfe erwies sich der hybrid zu nutzende Konzert- und Tagungssaal mit 1500 Plätzen. Die Entwürfe reichten von mehrteiligen Ensembles bis hin zu großformatigen Einzelbauten, zum Teil mit einem Stockwerk in die Erde gelegt, die sich unterschiedlich der Umgebung öffnen. Vielfach bilden die unterschiedlichen Nutzer eigene Adressen im Campus-Gefüge – und teilen sich die Gemeinschaftszonen, die auch Cafés, Läden und Gastronomie vorsehen. Besonders leben die Entwürfe in ihren Schnitten, da gerade Treppen, Galerien und Terrassen für großzügige, kommunikative Begegnungszonen sorgen.

Die Pläne machten jedoch ebenso deutlich, dass das bislang angedachte Raumprogramm deutlich die Größe des Schlosses übertrifft und nahezu an das Volumen der LBS an der Himmelreichallee heranreicht. In der angeregten Diskussion wurde denn auch gefragt, ob statt einer großen neuen Innenwelt nicht eine urbanere Lösung mit nahe beieinanderliegenden Orten passender für Münster wäre? In diesem Zuge kam der Schlossplatz wieder ins Spiel, der u.a. mit Kalkmarkt, Gerichtsparkplatz und Lindenhof verschiedene Optionen für Stadt und Land als Flächeneigentümer bietet. Angeregt wurde, weitere Testentwürfe auch hierfür zu erstellen und gesamtstädtische Belange noch stärker zu beachten.